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Foto: Medardo Mori Silvano, indigener Forschungspartner mit der Daten-Festplatte, Bernd Brabec, zwei Studierende und der akademische Direktor Julio César Gonzales Cotrina mit der CD-Sammlung (von links nach rechts)

Repatriierung von Aufnahmen indigener Vokalmusik in Westamazonien

Am 16.7. 2017 hat Bernd Brabec de Mori eine umfassende Sammlung von audio-visuellen Aufnahmen samt Dokumentation an die indigene Universität UCSS Nopoki Atalaya übergeben. Die feierliche Überreichung erfolgte im Rahmen der Tagung “Encuentro internacional de investigación colaborativa intercultural” an derselben Institution in Atalaya, Provinz Ucayali, Perú. Zu diesem Treffen waren international renommierte und indigene Forschende, RepräsentantInnen indigener Gemeinschaften, sowie Studierende und Lehrende der Universität geladen.
Foto: Medardo Mori Silvano, indigener Forschungspartner mit der Daten-Festplatte, Bernd Brabec, zwei Studierende und der akademische Direktor Julio César Gonzales Cotrina mit der CD-Sammlung (von links nach rechts)

Die übergebenen Aufnahmen waren im Rahmen des Forschungsprojekts “IMUI – Investigación de música indígena en el valle del rio Ucayali” (gefördert durch ein DOC-Stipendium der ÖAW) von 2004-2006 von Bernd Brabec de Mori in Kooperation mit mehreren indigenen ForschungspartnerInnen erstellt und anschließend im Phonogrammarchiv archiviert worden. Sie beinhalten Lieder der indigenen Gruppen Yine, Asháninka, Ashéninka, Amin Waki, Shipibo-Konibo, Iskobakebo, Kakataibo, Kukama-Kukamiria, Kechua und Kichwa.
Die Sammlung besteht aus jenen 43 editierten CDs sowie drei DVDs, die Brabec im Laufe seiner Forschung zusammengestellt und editiert hat, um die Lieder den jeweiligen Dorfgemeinschaften und Gewährspersonen zurückzugeben. Da viele dieser CDs mittlerweile kaputt oder verloren, oder auch nie an den Zielorten eingetroffen sind, wurde nun der komplette Satz – zusätzlich aller Audio- und Video-Files, CD/DVD-Covers und Brabec‘ Dissertation auf einer Festplatte – an die Universität Nopoki übergeben; somit können nun stets neue Kopien für die betreffenden Gemeinschaften erstellt sowie die Daten für den Unterricht und für regionale Forschungsprojekte genutzt werden.
Außerdem hat Bernd Brabec die Aufnahmen der Yine an Rittma Urquía Sebastián (Ministerio de Cultura) übergeben, damit sie bei ihrer Arbeit am Wörterbuch zur betreffenden Sprache berücksichtigt werden können. Weiters wird gerade der Aufnahmekorpus zu den Iskobakebo durch die Vermittlung der Linguistin Carolina Rodríguez an die betreffende Community übermittelt.

-- online seit 25.10.2017 --



Indian Recordings (Exner 1904–05, Archive 1918)CD bestellen

Neuerscheinung im Rahmen der Reihe „Gesamtausgabe der Historischen Bestände 1899-1950“:

Series 16:
Epic Folk Songs from Bosnia and Herzegovina
The Collection of Matija Murko (1912, 1913)

Herausgeber: Gerda Lechleitner & Christian Liebl
Kommentare: Muhamed Arnaut, Tamara Karača Baljak, Franz Lechleitner, Gerda Lechleitner, Johannes Spitzbart, Jasmina Talam
OEAW PHA CD 40, 2017.

Die vorliegende Edition beinhaltet die Sammlungen epischer Volkslieder von Matthias Murko aus den Jahren 1912 und 1913, also alle Aufnahmen, die im Phonogrammarchiv archiviert wurden. Mit dieser Publikation werden auch Murkos Forschungsinteresse sowie seine Feldforschungstätigkeit in Bosnien und Herzegowina knapp vor Ausbruch des 1. Weltkriegs beleuchtet.
Murko war überzeugt, dass seine Forschungen zum Singen epischer Volkslieder durch phonographische Aufnahmen erheblich verbessert würden. Obwohl Murkos Aktivitäten  bereits bekannt waren, z. B. durch seine Publikationen aus den Jahren 1913 und 1915, wurden seine Tonaufnahmen bis jetzt kaum wahrgenommen. Mit dieser Edition sollen sie den Weg an die interessierte Öffentlichkeit sowie zu den Forschern finden. Murko wurde sowohl durch die Balkan-Kommission als auch durch das Phonogrammarchiv (beides Einrichtungen der damaligen Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften) unterstützt; das Phonogrammarchiv borgte ihm das Aufnahmegerät – im Gegenzug übergab Murko die Aufnahmen zur Archivierung. Weiters können Murkos Forschungen als Basis für Milman Parrys berühmte Studien zur mündlichen Überlieferung gelten.
Diese Edition wäre ohne die gute und erfolgreiche Zusammenarbeit mit den Kolleginnen Jasmina Talam und Tamara Karača Beljak von der Universität Sarajewo (Musikakademie, Abteilung für Musikwissenschaft und Ethnomusikologie) nicht möglich gewesen. Sie sind die Spezialistinnen auf diesem Gebiet, fertigten die Transkriptionen an und steuerten erkenntnisreiche Kommentare bei. Muhamed Arnaut stellte ein Wörterbuch alter und wenig bekannter Ausdrücke im Bosnischen zusammen; er übersetzte und erklärte die alten Worte, um ein besseres Verständnis der vor 100 Jahren rezitierten epischen Lieder zu ermöglichen. Murkos Aufnahmen gelten als besonders wertvoll, da sie eine Aufführungspraxis hörbar machen, wie sie in der heutigen Volksmusikpraxis nicht mehr zu finden ist.

Eine Auswahl an Hörbeispielen dieser Publikation finden Sie hier auf unserer „Audio-Editionen“ Seite.

-- online seit 19.9.2017 --



Jahrbuch 7 des Phonogrammarchivs

Das Phonogrammarchiv stellt die zukünftige Präsidentin der Audio Engineering Society

Die Audio Engineering Society, Inc. (AES) ist mit über 12.000 Mitgliedern der weltweit größte professionelle Verband, der sich der Audiotechnik widmet. Gegründet 1948 in den USA, hat sich die AES zu einer internationalen Organisation entwickelt, die Toningenieure, kreative Künstler, Wissenschaftler und Studenten weltweit vereint, und so die Fortschritte in der Audiotechnik umfassend fördert. AES organisiert internationale Konferenzen, gibt ein wissenschaftliches Journal heraus (JAES, seit 1953) und erarbeitet Normen und Empfehlungen für sämtliche Bereiche der Tontechnik.
Mit der Wahl der Phonogrammarchivs-Mitarbeiterin Nadja Wallaszkovits zur President Elect wird ab 2018 eine Österreicherin an der Spitze dieser einflussreichen Organisation stehen.

Mehr Informationen finden Sie hier:
http://www.aes.org/blog/2017/8/the-audio-engineering-society-announces

-- online seit 14.9.2017 --



Indian Recordings (Exner 1904–05, Archive 1918)CD bestellen

Neuerscheinung im Rahmen der Reihe „Klingende Forschung – Konzertdokumentation“:

Klavierlieder von Wiener Zeitgenossen Haydns, Mozarts und Schuberts

Herausgeber: Abteilung Musikwissenschaft des Instituts für kunst- und musikhistorische Forschungen
Konzept und wissenschaftliche Ausarbeitung: Gundela Bobeth
Redaktion: Barbara Boisits, Gerda Lechleitner
Aufnahme und Mastering: Johannes Spitzbart

Das Projekt „Klingende Forschung – Konzertdokumentation“ ist ein gemeinsames Projekt der Abteilung Musikwissenschaft des Instituts für kunst- und musikhistorische Forschungen an der ÖAW und des Phonogrammarchivs der ÖAW.
Mit CD 6 wird ein vier Jahrzehnte umspannendes Repertoire Wiener Liedkomposition in den Mittelpunkt gestellt, ein Programm, wie es nur selten in Liederabenden oder auf Tonträger-Einspielungen zu finden ist. Die meisten der hier versammelten Stücke (die Lieder Haydns, Mozarts, Beethovens und Schuberts ausgenommen) sind heute kaum mehr bekannt; einige dürften nach rund 200-jährigem Archivdasein zum ersten Mal wieder vor Publikum vorgetragen worden sein.
Der Beitrag des Phonogrammarchivs besteht in der Aufnahme des Lecture-Recitals am 29.10.2015 und dem nachfolgenden Bearbeiten bzw. Mastering. Der Aufnahmeort – hier der Theatersaal im Herbert-Hunger-Haus – ist für Aufnahmetechnik eine Herausforderung; es wird sowohl die optimale Mikrophon-Aufstellung gesucht als auch gleichzeitig der dokumentarische Anspruch mit überschaubarem technischen Aufwand erfüllt. Auch diesmal wurde der Livemitschnitt mit Nachaufnahmen verbessert und durch überlegte Nachbearbeitung klangliche Insuffizienzen ausgeglichen.
Nach dem Konzept von Gundela Bobeth erwecken Knut Schoch und Henning Lucius erstmals eine repräsentative Auswahl aus dem reichen Repertoire zu neuem Leben und vermitteln einen Eindruck von der bemerkenswerten Bandbreite Wiener Liedkompositionen, angefangen von den ersten gedruckten Liedersammlungen bis zu der Zeit des jungen Schubert.

-- online seit 1.8.2017 --



Jahrbuch 7 des PhonogrammarchivsJahrbuch 7 bestellen

Jahrbuch des Phonogrammarchivs, Band 7, erschienen!

Der 7. Band dieser Reihe umfasst inhaltlich drei Themenblöcke, die durch „Analyse“ im weitesten Sinn verknüpft sind. Im Zentrum stehen die Ausarbeitung archivierter Ton- bzw. Videodokumentationen, verschiedene Herangehensweisen und unterschiedliche Perspektiven und Forschungsziele. Einmal mehr wird deutlich, dass das Phonogrammarchiv als Ort für Langzeitarchivierung einschließlich ausführlicher Dokumentationen gilt, dass aber die archivierten Aufnahmen noch weiterer wissenschaftlicher Ausarbeitung harren.
Vier Beiträge beschäftigen sich mit dem seit geraumer Zeit viel beachteten Bereich von Forschungen in Kriegsgefangenenlagern zur Zeit des Ersten Weltkriegs. Sie sind Beispiele für die Beschäftigung mit historischen Aufnahmen, also Aufnahmen „anderer“ aus einer „anderen“ Zeit. Die drei Beiträge aus jüngeren Forschungsvorhaben, die aus der Feder der „Urheber“ stammen spiegeln die Auseinandersetzung mit „eigenen“ Aufnahmen aus dem „eigenen“ Forschungsprojekt wider. Der Technik-orientierte Beitrag wiederum verhandelt kritisch selbst gefasste Entscheidungen als Folge allgemeiner Trends und Anpassung an die Erfordernisse bzw. die (finanziellen) Möglichkeiten des Phonogrammarchivs.
Somit wird deutlich, welches Potenzial im Phonogrammarchiv als Institution und als Quellendepot sowie als Ort der Forschung, Begegnung und Diskussion hinsichtlich neuer Erkenntnisse liegt. Die Überlegungen zu kulturellen Aktivitäten damals, heute und an unterschiedlichen Orten sind eng mit den jeweiligen Akteuren, deren Lebensumständen und sozialen Situationen verknüpft; sie werden in den Analysen unter verschiedenen Aspekten beleuchtet und liefern den Beweis für die Bedeutung audio-visueller Dokumentationen in multidisziplinären, kulturwissenschaftlichen Forschungen.

Link zu Inhaltsverzeichnis [PDF]

-- online seit 1.8.2017 --



Buchcover "Facetten von Flucht aus dem Nahen und Mittleren Osten"Buch bestellen

Neue Buchpublikation – soeben im Facultas-Verlag erschienen:

Facetten von Flucht aus dem Nahen und Mittleren Osten.

Herausgegeben von Susanne Binder & Gebhard Fartacek, 2017.
320 Seiten, broschiert. ISBN 978-3-7089-1452-7

Ein Blick „über den Zaun hinaus“

Der vorliegende Band informiert über Herkunftsregionen und Hintergründe aktueller Fluchtbewegungen. Im Fokus stehen sozialanthropologische Ansätze der Flüchtlingsforschung, Flüchtlingsrouten, Aspekte des Asylwesens, praktische Beratungsarbeit und Integrationsinitiativen im Aufnahmeland sowie psychotherapeutische Perspektiven. Den Abschluss bilden Rekonstruktionen von gedachten und gelebten Zugehörigkeiten oder Abgrenzungen sowie zu kriegerischen Entwicklungen in Syrien, die entlang narrativer Interviews mit Geflüchteten erhoben wurden – und auf ein Forschungsprojekt des Phonogrammarchivs zurückgehen.

Mit Beiträgen von Astrid Aringer, Susanne Binder, Philipp Bruckmayr, Gebhard Fartacek, Elisabeth Fiorioli, Elena Jirovsky, Irene Kucera, Petra Limberger, Camilla Mittelberger, Nora Ramirez Castillo, Yvonne Schaffler, Leonardo Schiocchet, Andreas Schulz, Melanie Schwaß, Sandra Schweiger, Jelena Tošić, Lisa Vavra und Sigrid Waser-Wagner.

Hier zu bestellen.

-- online seit 22.3.2017 --



Indian Recordings (Exner 1904–05, Archive 1918)CD bestellen

Neuerscheinung im Rahmen der Reihe „Gesamtausgabe der Historischen Bestände 1899-1950“:

Series 15/1:
Indian Recordings (Exner 1904–05, Archive 1918)

Herausgeber: Ulla Remmer, Christian Liebl, Gerda Lechleitner.
Weitere Beiträge und Redaktion der Transkriptionen: Ulla Remmer.
OEAW PHA CD 38, 2016.

Teil 1 der Indian Recordings umfasst auf zwei Audio-CDs die ältesten indischen Bestände des Phonogrammarchivs, während jene aus dem Jahr 1929 (Sammlung Schomerus) später als Teil 2 publiziert werden. Vorliegende Edition setzt sich aus zwei Sammlungen zusammen: Die 68 Aufnahmen des Meteorologen Felix Exner entstanden 1904/05 im Rahmen einer Forschungsreise durch Indien. Es handelt sich um Rezitationen zumeist von Werken der vedischen und der Sanskrit-Literatur, aber auch von Werken in Malayalam, Telugu, Marathi, Hindustani und Tamilisch. Acht weitere Phonogramme wurden 1918 im Phonogrammarchiv in Wien aufgenommen. Auf ihnen sind Textproben literarischer Werke in Sanskrit, Hindi, Urdu, Braj Bhasha und Awadhi zu hören, rezitiert von Har Dayal und Umrao Singh Sher-Gil, zwei bekannten Aktivisten der Antikolonialbewegung Indiens.

Mit dieser Edition werden die historischen indischen Aufnahmen des Phonogrammarchivs erstmals veröffentlicht und damit hörbar gemacht. Die beigefügte Dokumentation bietet weitere Informationen zum Kontext der Aufnahmen, zu den Texten und ihrer Auswahl, zu den indischen Sprechern sowie anderen beteiligten Personen und Institutionen.

Eine Auswahl an Hörbeispielen dieser Publikation finden Sie hier auf unserer „Audio-Editionen“ Seite.

-- online seit 22.12.2016 --


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