Hör-Bar - Ausschnitte von Aufnahmen

Die historischen Bestände des Phonogrammarchivs 1899-1950 wurden als Dokumente universaler Bedeutung seitens der UNESCO in das Weltregister des "Memory of the World"-Programmes eingetragen.

Ausschnitte von Aufnahmen aus dem Phonogrammarchiv - OEAW PHA CD D1

Idee und Konzeption: Christiane Fennesz-Juhasz, Helmut Kowar, Gerda Lechleitner, Wilfried Schabus
Mastering: Nadja Wallaszkowits
Download RealPlayer Hinweis: Um die hier beigefügten Tonbeispiele abhören zu können, muß auf Ihrem Computer das kostenlose Programm RealPlayer Basic installiert sein.
Ph 3:
Stimmporträt Kaiser Franz Joseph I. (1830-1916)

Aufnahme: Fritz Hauser, Bad Ischl, 2. 8. 1903
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"Es hat mich sehr gefreut, auf Wunsch der Akademie der Wissenschaften meine Stimme in den Apparat hineinzusprechen und dieselbe dadurch der Sammlung einzuverleiben."
Die Gesamtaufnahme, die die Tätigkeit des Phonogrammarchivs würdigt, ist auf OEAW PHA CD 3 zu hören.
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Ph 197:
Stimmporträt Sigmund Exner (1846-1926)

Aufnahme: Fritz Hauser, Wien, im Phonogrammarchiv, 21.12.1905
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"Wenn ich die Produktion naturwissenschaftlicher Arbeiten während der Dezennien meiner eigenen Wirksamkeit auf diesem Gebiet überblicke, so muß ich mich fragen, wohin das Anwachsen ins Ungemessene noch führen soll. Tatsächlich wird auf den meisten Gebieten mehr geschrieben als ernstlich gelesen wird..."
Die Aufnahme ist in voller Länge auf "Stimmporträts", OEAW PHA CD 8 zu hören.
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Ph 536:
Stimmporträt Arthur Schnitzler (1862-1931)

Aufnahme: Fritz Hauser, Wien, im Phonogrammarchiv, 19.3.1907
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"Lebendige Stunden? Sie leben doch nicht länger als der Letzte, der sich ihrer erinnert. Es ist nicht der schlechteste Beruf, solchen Stunden Dauer zu verleihen, über ihre Zeit hinaus."
Hören Sie die Aufnahme in voller Länge auf "Arthur Schnitzler und Schriftsteller seiner Zeit", OEAW PHA CD 4 sowie auf "Stimmporträts", OEAW PHA CD 8.
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Ph 131:
Liebeslied, gesungen vom Psaltes Michael Euthymiades

Aufnahme: Paul Kretschmer, Mytilene, Insel Lesbos, 13.9.1901
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Im Rahmen der Vorarbeiten zu einer historischen Grammatik der griechischen Sprache reiste Paul Kretschmer (1866-1956) 1901 nach Lesbos. Bei seinen Forschungen testete er auch die Verwendbarkeit des Phonographen. Allerdings sprachen die Gewährsleute nicht laut und deutlich genug für eine Aufnahme. Wenig Scheu vor dem Gerät zeigten hingegen Sänger, weshalb Kretschmer von seiner sprachwissenschaftlichen Expedition nur Liedaufnahmen mitbrachte.
Die Aufnahme ist in voller Länge auf "The First Expeditions 1901 to Croatia, Brazil and the Isle of Lesbos, OEAW PHA CD 7, zu hören.
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Ph 524:
Gesang der Baifa-Männer beim Tanz

Aufnahme: Rudolf Pöch, Cape Nelson, 12.11.1905
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Der Arzt und Anthropologe Rudolf Pöch unternahm 1904-1906 eine ausgedehnte Forschungsreise nach Neuguinea. Er gilt als ein Pionier der modernen Feldforschung, da er seine Expeditionen nicht nur mit dem Phonographen, sondern auch mittels Photos und Filmen dokumentierte.
Die Aufnahme ist in voller Länge auf "Papua New Guinea (1904-1909). The collections of Rudolf Pöch, Wilhelm Schmidt, and Josef Winthuis", OEAW PHA CD 9, zu hören.
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Ph 695:
Gesang in irischer Mundart aus Ost-Munster

Aufnahme: Rudolf Trebitsch, Ring, Co. Waterford, 27.7.1907
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Der Arzt Rudolf Trebitsch interessierte sich für europäische Minoritäten, unter anderem für keltische Sprachen. Durch Kontakte mit den führenden Fachleuten auf diesem Gebiet, die ihm auch Gewährsleute bzw. Spezialisten im jeweiligen Land vermittelten, war es ihm möglich, außergewöhnliche Sprach- und einige Musikaufnahmen zu machen. Bei dieser Aufnahme handelt es sich um ein, wie Trebitsch in seinem Bericht schreibt, vermutlich 200 Jahre altes Volkslied, das in unterschiedlichen Fassungen in ganz Irland bekannt sei.
Die Aufnahme ist in voller Länge auf "The Collections of Rudolf Trebitsch", OEAW PHA CD 14, zu hören.
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Ph 2053:
Bibelvortrag eines marokkanischen Juden, Esther I, 1-4

Aufnahme: Abraham Zwi Idelsohn, Jerusalem, 21.2.1913
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Wie Idelsohn in seiner Autobiographie darlegt, war sein Lebensziel die Erforschung des jüdischen Gesanges. Bei der "Sammlung Idelsohn" handelt es sich um die frühesten Tondokumente von Synagogalgesängen, die den Vergleich der verschiedenen Traditionen der jüdischen Diaspora ermöglichen.  
Ph 2581 / Ph 2567:
Zwei Soldatenlieder der k. u. k. Armee

"Moj fantic je na T'rolsko vandral" (slowenisch)
Aufnahme: Leo Hajek, Radkersburg, 3.3.1916
"A gözösnek hat kereke" (ungarisch, mit Geigenbegleitung)
Aufnahme: Leo Hajek, Budapest, 1.2.1916
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Auf Anfrage des k.u.k. Kriegsministeriums wurde das Phonogrammarchiv mit der Dokumentation von Soldatenliedern betraut. Ziel war es, Soldatenlieder in möglichst allen in der Monarchie gesprochenen Sprachen aufzunehmen. Dabei handelte es sich sowohl um Sololieder, Chorlieder mit und ohne Instrumentalbegleitung als auch um reine Instrumentalstücke (v.a. Märsche).
Die Aufnahmen sind in voller Länge auf "Soldatenlieder der k. u. k. Armee. Kommentiert von Oskár Elschek. OEAW PHA CD 11" zu hören.
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Kotek 63:
"Bua, wannst willst auf d'Hahnpfalz gehen ..."Jägerlied

Aufnahme: RAVAG, auf dem Pöstlingberg, Linz, Oberösterreich, 4.10.1936
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Der Jodler der oberösterreichischen Sängergruppe repräsentiert die typische Stimmgebung von "Natursängern" und unterscheidet sich vom heutigen Klangideal. 1932-1938 veranstaltete die "Österreichische Radio-Verkehrs-Aktiengesellschaft" in allen Bundesländern Volksliedersingen; die von der RAVAG angefertigten Mitschnitte stammen aus dem Nachlaß des Volksmusikforschers und Initiators dieser Sängertreffen, Georg Kotek.  
B 6031:
Wiener Mundart aus Ottakring

Aufnahme: Maria Hornung, Wien, 20.3.1962
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Philipp Deponti war Wiens letzter professioneller "Werkelmacher" ("Werkel" = Drehorgel). Sein großes Orchestrion befindet sich heute im Technischen Museum in Wien. Er wechselt gewandt zwischen Dialekt und Verkehrssprache. Neben typischen Wiener Dialektkennzeichen (z.B. Fråå "Frau") finden sich auch alt-ottakringerische / niederösterreichische Merkmale. In der verkehrssprachlichen Form gschbüld "gespielt" (dialektal gschbüüd) hört man den für den Ottakringer Dialekt als typisch geltenden postvokalischen l-Laut. Für heutige Verhältnisse auffällig ist sein kultiviert-akzentuierter Sprechduktus.  
B 8624:
Tanz der Kutin mit Hörnern

Aufnahme: Gehard Kubik, Koncha, Kamerun, November 1963
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Während die Männer die Hörner blasen, führen die Musiker einen langsamen Kreistanz aus. Die Hörner, zwischen 1 und 1,5 Meter lang, sind aus länglichen Kalebassen zusammengesetzt, die ineinander geschoben sind.  
B 10177:
Unterhaltung zweier !Kung

Aufnahme: Gerhard Kubik, vor dem Dorf Yawola, Südangola, 26.7.1965
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Schnalzlaute gehören zum markanten Lautinventar der Sprache der !Kung-Buschleute, wie auch der anderen Khoi-San-Sprachen.  
B 13719:
Jaraquis zur Laichzeit

Aufnahme: Friedrich Schaller, Mittellauf des Rio Branco, Amazonien, 26. 5. 1966
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An einigen Abenden im Jahr ist im mittleren Amazonien die Luft von ungewöhnlichem Gebrumm erfüllt: was an die an- und abschwellende Akustik eines Motorradrennens erinnert, ist der "Chor" von ca. 27 cm langen Fischen, die ihre Laichplätze erreicht haben. Die Fischlaute wurden einen Meter über der Wasseroberfläche aufgenommen.  
B 13275:
Arbeitslied der Frauen aus Nuristan

Aufnahme: Hermann M. Preßl, Wama, Afghanistan, September 1968
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Polyphonie mit Stimmkreuzungen, 4-tönige Skala. Mehrstimmigkeit einer erst rund um 1900 islamisierten Bevölkerung.  
B 36081:
"Soro ratji mulatino ..." (loki gjili der Lovara)

"Die ganze Nacht werde ich feiern ..."
Aufnahme: Mozes F. Heinschink, Bratislava, Slowakei, 1968
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Langsames lyrisches Lied der "Pferdehändler"-Roma, im charakteristischen freirhythmischen und die Strophenmelodie variierenden Vortrag. Die Sängerin benützt das Tonband des Forschers als Kommunikationsmedium: sie richtet die einleitende Wunschformel nicht, wie üblich, an die Anwesenden, sondern an ihren Bruder im Flüchtlingslager Traiskirchen und streut auf den Adressaten passende Inhalte in den tradierten Liedtext ein.
Die Aufnahme ist in voller Länge auf "Kodo phende e Romora ... - Dies erzählten die Rom ... Lovarenge paramici taj gjila - Märchen und Lieder der Lovara", Romani Projekt CD 2, zu hören.
 
B 22879:
"Die Komedie vom letzten Gericht"

Aufnahme: Helga Thiel & Wilfried Schabus, Apetlon, Burgenland, 19.2.1976
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Michael Munzenrieder, Sohn des letzten aktiven Spielleiters, demonstriert das Volksschauspiel, an dessen letzter Aufführung im Jahr 1931 er selbst als Jugendlicher mitgewirkt hatte. Hier setzte das Phonogrammarchiv erstmals das binaurale ORTF-Aufnahmeverfahren ein: damit konnte die Bewegung des Darstellers während der Rezitative adäquat abgebildet werden, und die vom Hauptakteur und seinen Geschwistern vorgetragenen Ausschnitte des Spiels wurden mit einer möglichst "transparenten" Aufnahme dokumentiert.  
B 33040:
Frauenlieder der Bhil im Silber-Basar

Aufnahme: Sabina Haller & Manfred Kremser, Dohad, Indien, März 1979
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Rituelle Gesänge der Frauen, welche die Braut auf den Silber-Basar des Ortes begleiten. Dort wird der Braut der Schmuck (Armreifen, früher aus Silber, heute teilweise aus unedlen, billigen Materialien) angeschmiedet - das Klopfen der Schmiede ist deutlich zu hören.  
B 30667:
Tampern am "unsinnigen Donnerstag"

Aufnahme: Sigrid Köhler & Markus Spielmann, Völs, Tirol, 26.2.1987
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Von etwa 3 bis 8 Uhr früh ziehen zwei Gruppen von 25 Burschen, mit "Huttlergewand" und alten Hüten verkleidet, durch den Ort. Sie schlagen mit Holzklötzen auf 20-Liter-Benzinkanister, dabei folgen sie den Befehlen des Anführers, der sich durch Rufe und Pfiffe Gehör verschafft. Vor Häusern, wo es für die Tamperer Schnaps oder eine Jause gibt, wird ein "Ehrenstadel" getrommelt. Der Faschingslärmbrauch wurde während des Phonogrammarchivs-Projekts "Der musizierende Mensch im ländlichen Raum" aufgenommen.  
B 34938:
Lieder bei der Feldarbeit

Aufnahme: Christian Luczanits, Stok, Ladakh, Mai 1994
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Wechselgesang der Männer während sie das Feld pflügen. In den Gesang sind Anweisungen an die Ochsen eingefügt. Dazu tritt der Gesang der Frauen, die die Erde wieder glatt rechen. Daraus entsteht eine eher zufallsbedingte Mehrstimmigkeit zwischen Frauen- und Männerstimmen. Gegen Schluß der Aufnahme hört man auch den Ochsen schnauben.  
B 40381:
Über den Umgang mit Schafen bei den Berbern

Aufnahme: Wolfgang Kraus, Tabanast, Marokko, September 1995
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Der Bauer holt die Schafe aus dem Pferch, zählt sie, und treibt sie auf die Weide. Anschließend werden die Ziegen aus dem Stall geholt. Die Tonaufnahme hält die typischen Rufe, Pfiffe und Geräusche zum Antreiben der Tiere fest.  
B 33474:
Über die Zubereitung von Pachamánca und Masáto

Aufnahme: Wilfried Schabus, Pozuzo (Ortsteil Palmira), Dep. Cerro, Peru, 6.9.1989
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Die Kolonie Pozuzo in Peru wurde 1859 von Einwanderern aus Tirol und dem Rheinland in der Übergangszone vom Andenhochland zum Amazonastiefland am Rio Huancabamba unweit dessen Mündung in den Rio Pozuzo gegründet. Das "Rheinländerische" ist längst verklungen, im heutigen "Tirolés" dominieren oberinntalerische Dialektmerkmale klar. Auf allen Strukturebenen des Siedlerdialekts gibt es deutliche Einflüsse der spanischen Landessprache, die heute in Pozuzo alle öffentlichen Bereiche beherrscht. Die indianischen Lehnwörter (Quechua und Amuesha) finden sich auch im Spanischen der Region.
Worterklärungen: Ahí: südam. Pfeffer (ají) - Tschintscho: peruan. Gewürzpflanze (chincho) - Jukha: Maniok (yucca) - Plátanaspletschn: Blätter der Bananenstaude (plátano) - Khrudosåck: span. crudo = "Sackleinwand" - Ggirméss: Wohltätigkeitsfest (span. kermesse = entlehnt aus dt. "Kirch[weih]messe") - Massáto: Maniokbier aus dem Tiefland (masáto) - ja ischt er (ge)gärt: span. ya = "schon, bereits".